Februar 2012: Der US-kritische Banquier Konrad Hummler muss nach nur einem Jahr im Amt als NZZ-Präsi­dent zurück­treten. Seine Privatbank Wegelin wurde von den USA an­ge­klagt und zerschlagen.

Für Schweizer Banken wie Journalisten war dies ein kaum über­hör­ba­rer Weck­ruf (O-Ton NZZ). Denn Hummler hatte nicht nur bank­politisch, sondern auch publi­zistisch die »rote Linie« über­schritten, als er sich in einem viel­beachteten An­la­ge­kom­men­tar mit dras­ti­schen Worten zur Po­li­tik der USA äußerte und einen »Abschied von Amerika« forderte.

Viele Schwei­zer Banken und Konzerne – und da­mit Ar­beits­plätze, Steuer- und Werbe­ein­nah­men – hän­gen vom Good­will der USA ab. Ob Schweizer Ver­le­ger und Chef­re­dak­teure diesen aufs Spiel setzen wollen?