Der Schweizer Presse­rat nimmt Be­schwer­den zu Me­dien­be­rich­ten ent­ge­gen und prüft, ob die Beiträge seinen Richt­linien ent­spre­chen.

Aller­dings besteht das Gre­mium selbst aus 15 Jour­na­listen und nur sechs Pub­li­kums­ver­tre­tern; und auch diese werden von einem Stiftungsrat er­nannt, der gänz­lich von Medien­orga­ni­sa­tionen kon­trol­liert wird – da­run­ter der Ver­leger­ver­band und die Kon­fe­renz der Chef­re­dak­teure.

Das Resultat kann man sich denken. Im Som­mer 2014 wurde etwa eine Be­schwerde gegen die no­to­risch ein­sei­tige Ukraine-Bericht­er­stattung der NZZ ein­ge­legt. Ganze zwei Jahre später kam der Presse­rat zu seinem Verdikt: Die Rich­tig­keit der NZZ- Dar­stel­lung stehe »außer Frage«, denn auf »amt­liche Ver­laut­ba­rungen und Agen­tur­mel­dungen« sei »Verlass«. Vor russischen Quel­len wird in­des ge­warnt – diese wären weder glaub­haft noch erforderlich. Kom­men­tare müss­ten nicht auf Fak­ten ba­sie­ren, Ge­gen­mei­nungen ein­zu­holen sei »un­üb­lich«, und an den Aus­füh­rungen der NZZ zu »Kreml- Trollen« sei »nicht zu zwei­feln«. Be­schwerde ab­ge­lehnt.

Pikant: Einige der be­ur­teil­ten Ar­tikel stam­men von einem NZZ-Redak­teur, der selbst im Stiftungsrat des Gremiums sitzt. Beim Presse­rat nennt man dies »Selbst­re­gu­lierung«…