Damit hatten die Schwei­zer Ver­leger nicht ge­rech­net: Kein Ge­rin­gerer als der da­ma­lige Schwei­zer Bundes­präsi­dent kon­sta­tierte 2013 in einer Rede an ihrem Jahres­kongress, dass in den hiesigen Medien eine »selbst­ver­fügte Gleich­schal­tung« be­stehe. Wohl gebe es noch eine Viel­falt an Medien­titeln, doch sei dies »reine Mas­ke­rade«, denn unter den ver­schie­denen Titeln bekomme man allzu oft das Gleiche zu lesen. Die inhalt­liche Viel­falt fehle, es herrsche ein »weit­gehendes Meinungs­kartell«.

Zu poli­tischen Tabu­themen werde nicht mehr re­cher­chiert, und wer es doch tue, ris­kiere seinen guten Ruf. Wichtige Dis­kus­sionen würden nicht geför­dert, sondern ver­hin­dert. Dies sei für eine frei­heit­liche Demo­kratie nicht nur staats­poli­tisch bedenk­lich, sondern scha­de letzt­lich auch den Medien selbst: Die Leser ver­lören ob der medialen Gleich­förmig­keit und Ober­flächlichkeit das Interesse und würden sich alter­na­tiven Infor­ma­tions­an­ge­boten zu­wenden.

Für seine Medien­schelte wurde der Bundes­prä­sident da­mals von den ver­sam­melten Ver­legern aus­ge­pfiffen. Doch hatte er so un­recht?

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