Es ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Mediensystems – und dennoch in der Öffent­lich­keit nahezu unbekannt: Der größte Teil der internationalen Nachrichten in all unseren Medien stammt von nur drei globalen Nachrichtenagenturen aus New York, London und Paris.

Die Schlüsselrolle dieser Agenturen hat zur Folge, dass unsere Medien zumeist über dieselben Themen berichten und dabei sogar oftmals dieselben Formulierungen verwenden. Zudem nutzen Regierungen, Militärs und Geheimdienste die globalen Agenturen als Multiplikator für die weltweite Verbreitung ihrer Botschaften. Die transatlantische Vernetzung der etablierten Medien gewährleistet dabei, dass die gewünschte Sichtweise kaum hinterfragt wird.

Eine Untersuchung der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche. Zudem sind 82% aller Kommentare und Interviews USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird.

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(Hinweis an Medien und Blogs: Bei Interesse an der Studie bitte auf diese Seite verlinken. Obige Zusammenfassung und einzelne Zitate können übernommen werden.)


Der Propaganda-Multiplikator:

Wie globale Nachrichtenagenturen und
westliche Medien über Geopolitik berichten

Ein Beitrag des Forschungsprojekts zu Propaganda in Schweizer Medien 

Juni 2016

»Man muss sich deshalb immer fragen: Weshalb kommt jetzt
gerade diese Information in dieser Form auf mich zu?
Letztlich stecken immer Macht­fragen da­hinter.« (*)

Dr. Konrad Hummler, ehemaliger NZZ-Präsident

Einleitung: »Etwas Eigenartiges«

»Woher weiß die Zeitung, was sie weiß?« Die Antwort auf diese Frage dürfte manchen Zeitungsleser überraschen: »In der Hauptsache bezieht sie ihr Wissen von Nachrichten­agenturen. Die nahezu anonym arbeitenden Nachrichten­agenturen sind gewisser­maßen der Schlüssel zu den Geschehnissen in der Welt. Wer also sind die Nachrichten­agenturen, wie arbeiten sie und wer finanziert diese Unternehmen? All dies sollte man wissen, um sich ein Bild machen zu können, ob man auch wirklich über die Ereignisse in Ost und West zutreffend unterrichtet wird.« (Höhne 1977)

Ein Schweizer Medienforscher gibt deshalb zu bedenken: »Die Nachrichten­agenturen sind die «AktualiTäter», sind die wichtigsten Stoff­lieferanten der Massenmedien. Kein tages­aktuelles Medium kommt ohne sie aus. () So beeinflussen die Nachrichten­agenturen unser Bild von der Welt; wir erfahren vor allem das, was sie ausgewählt haben.« (Blum 1995)

Angesichts ihrer essentiellen Bedeutung erstaunt es umso mehr, dass diese Agenturen in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind:  »Einem Großteil der Gesellschaft ist nicht klar, dass es Nachrichten­agenturen überhaupt gibt … Dabei nehmen sie tatsächlich eine enorm wichtige Rolle auf dem Medienmarkt ein. Doch trotz dieser großen Bedeutung wurde ihnen in der Vergangenheit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.« (Schulten-Jaspers 2013)

Selbst der Vorsitzende einer Nachrichten­agentur wunderte sich: »Es ist etwas Eigenartiges um die Nachrichten­agenturen. Sie sind in der großen Öffentlichkeit wenig bekannt. Im Gegensatz beispielsweise zu einer Zeitung vollzieht sich ihre Tätigkeit nicht so stark im Scheinwerfer­licht, obwohl sie doch immer an der Quelle der Nachricht zu finden sind.«  (Segbers 2007)

»Das unsichtbare Nervenzentrum des Mediensystems«

Wer also sind diese Agenturen, die »immer an der Quelle der Nachricht« zu finden sind? Globale Agenturen gibt es inzwischen nur noch drei:

  1. Die amerikanische Associated Press (AP) mit weltweit über 4000 Mitarbeitern. Die AP gehört US-Medien­unternehmen und hat ihre Haupt­redaktion in New York. AP-Nachrichten werden von rund 12 000 Medien genutzt und erreichen dadurch täglich mehr als die Hälfte der Welt­bevölkerung.
  2. Die quasi-staatliche französische Agence France-Presse (AFP) mit Sitz in Paris und ebenfalls rund 4000 Mitarbeitern. Die AFP versendet pro Tag über 3000 Meldungen und 2500 Fotos an Medien in aller Welt.
  3. Die britische Reuters in London, die privatwirtschaftlich organisiert ist und etwas über 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Reuters wurde 2008 vom kanadischen Medienunternehmer Thomson – einer der 25 reichsten Menschen der Welt – gekauft und zu Thomson-Reuters mit Sitz in New York fusioniert.

Daneben gibt es noch diverse kleinere, nationale Nachrichten­agenturen. In den deutsch­sprachigen Ländern sind dies insbesondere:

  • Die Deutsche Presse-Agentur (DPA), die als semi-globale Agentur über rund 1000 journalistische Mitarbeiter in circa hundert Ländern verfügt. Die DPA ist im Besitz von deutschen Medienverlagen und Rundfunk­anstalten und hat ihre Hauptredaktion seit 2010 im Axel-Springer-Haus in Berlin.
  • Die Austria Presse Agentur (APA) mit rund 165 Redakteuren. Die APA ist im Besitz von österreichischen Tageszeitungen und des ORF.
  • Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) mit rund 150 Mitarbeitern, die im Besitz von Schweizer Medien­verlagen ist, darunter die Tamedia und NZZ-Gruppe sowie die SRG.

Die SDA und APA verfügen über kein eigenes Korrespondentennetz im Ausland. Stattdessen kooperieren sie mit der DPA und den globalen Agenturen, um Zugang zu den internationalen Nachrichten zu erhalten und damit ihre nationalen Medien über das Weltgeschehen zu informieren. Die DPA kooperiert ihrerseits eng mit der amerikanischen AP und besitzt die Lizenz zur Vermarktung der AP-Dienste im deutsch­sprachigen Raum.

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Die Logos der drei Weltagenturen Reuters, AFP und AP, sowie der drei nationalen Agenturen in Österreich (APA), Deutschland (DPA) und der Schweiz (SDA).

Wolfang Vyslozil, der ehemalige Geschäftsführer der APA, beschrieb die Schlüsselrolle der Nachrichten­agenturen 2005 mit diesen Worten: »Nachrichten­agenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Dennoch sind sie eine der einflussreichsten und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Mediengattungen. Sie sind Schlüssel­institutionen mit substanzieller Bedeutung für jedes Mediensystem. Sie sind das unsichtbare Nervenzentrum, das alle Teile dieses Systems verbindet.« (Segbers 2007, S.10)

Kleines Kürzel, große Wirkung

Es gibt jedoch einen einfachen Grund, warum die globalen Agenturen trotz ihrer Bedeutung dem breiten Publikum so gut wie unbekannt sind, denn: »Radio und Fernsehen nennen ihre Quellen in der Regel nicht, und die Quellenangaben in Zeitschriften entziffern nur Spezialisten.« (Blum 1995)

Das Motiv für diese Zurückhaltung dürfte indes klar sein: Unsere Medien sind nicht besonders stolz darauf, dass sie viele ihrer Beiträge in Wirklichkeit gar nicht selbst recherchiert haben, sondern aus den immer gleichen Quellen beziehen.

Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele zur Quellen­kenn­zeich­nung in bekannten deutsch­sprachigen Zeitungen. Neben den Agentur­kürzeln finden sich die Kürzel von Redakteuren, die den jeweiligen Agenturbericht bearbeitet haben.

agenturen-quellen

Kürzel der Nachrichtenagenturen in den Quellenangaben von Zeitungsartikeln

Hin und wieder verwenden die Zeitungen aber auch Agenturmaterial, ohne dies klar zu kennzeichnen. Das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich kam in einer Studie von 2011 unter anderem zu folgendem Ergebnis:

»Agenturbeiträge werden integral verwertet, ohne sie zu kennzeichnen, oder sie werden partiell umgeschrieben, um sie als redaktionelle Eigenleistung erscheinen zu lassen. Zudem herrscht eine Praxis vor, Agentur­meldungen mit wenig Aufwand «aufzupeppen»; hierzu werden etwa Visualisierungstechniken eingesetzt: Ungezeichnete Agentur­meldungen werden mit Bildern und Grafiken angereichert und als umfangreiche Berichte dargeboten.« (FOEG 2011)

Dabei spielen die Agenturen nicht nur in der Presse eine heraus­ragende Rolle, sondern ebenso im privaten und öffentlichen Rundfunk. Dies bestätigt Volker Bräutigam, der zehn Jahre für die Tagesschau der ARD gearbeitet hat und die Dominanz der Agenturen kritisch sieht:

»Ein grundsätzliches Problem liegt darin, dass (die Nach­rich­ten­redaktion) ARD-aktuell ihre Informationen hauptsächlich aus drei Quellen bezieht: den Nachrichtenagenturen DPA/AP, Reuters und AFP: Eine deutsche, eine US-amerikanische, eine britische und eine französische. () Der ein Nachrichten­thema bearbeitende Redakteur kann gerade noch einige wenige für wesentlich erachtete Text­passagen auf dem Schirm auswählen, sie neu zusammen­­stellen und mit ein paar Schnörkeln zusammen­kleben.«

Auch das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) richtet sich weitgehend nach den Meldungen der Agenturen. Auf die Frage von Zuschauern, weshalb über einen Friedens­marsch in der Ukraine nicht berichtet werde, gab die Redaktion zur Antwort: „Bis heute haben wir von den unab­hängigen Agenturen Reuters, AP und AFP, von denen wir Bild­material erhalten, keine einzige Meldung und auch kein Video­material von diesem Marsch erhalten. () Falls wir jedoch Bilder vom Eintreffen des Marsches in Kiew erhalten sollten, werden wir darüber berichten.“

Tatsächlich stammen nicht nur die Texte, sondern auch die Bilder, Ton- und Videoaufnahmen, denen man in unseren Medien Tag für Tag begegnet, zumeist von denselben Agenturen. Was für das uneingeweihte Publikum wie ein Beitrag der lokalen Zeitung, des bevorzugten Radiosenders oder der vertrauten Tagesschau aussieht, sind in Wirklichkeit (übersetzte) Meldungen aus New York, London, Paris und Berlin.

Manche Medien gingen sogar noch einen Schritt weiter und haben ihre Auslands­redaktion mangels Ressourcen inzwischen komplett an eine Agentur ausgelagert. Auch auf vielen Newsportalen im Internet werden vorwiegend Agenturberichte publiziert (vgl. Paterson 2007; Johnston 2011; MacGregor 2013).

Im Endeffekt entsteht durch diese Abhängigkeit von den globalen Agenturen eine frappierende Gleichartigkeit in der internationalen Berichterstattung: Von Wien bis Washington berichten unsere Medien oftmals über dieselben Themen und verwenden dabei sogar vielfach dieselben Formulierungen – ein Phänomen, das man sonst eher mit »gelenkten Medien« in autoritären Staaten in Verbindung bringen würde.

Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele aus deutsch­sprachigen und internationalen Publikationen. Wie man sieht, schleicht sich trotz der angestrebten Objektivität der Agenturen mitunter eine leichte (geo-)politische Färbung ein.

»Putin droht«, »Iran provoziert«, »NATO besorgt«, »Assad-Hochburg«: Inhaltliche und sprachliche Ähnlichkeit der geopolitischen Bericht­erstattung aufgrund von Meldungen der globalen Agenturen.

Die Rolle der Korrespondenten

Ein Großteil unserer Medien besitzt keine eigenen Auslands­korrespondenten und hat folglich keine andere Wahl, als sich für die Auslands­nachrichten vollständig auf die globalen Agenturen zu verlassen. Doch wie sieht es bei den großen Tageszeitungen und TV-Stationen aus, die über eigene internationale Korrespondenten verfügen? Im deutschsprachigen Raum sind dies beispielsweise eine NZZ, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Welt und die öffentlichen Rund­funk­anstalten.

Zunächst sind die Größen­verhältnisse im Auge zu behalten: Während die globalen Agenturen weltweit über mehrere Tausend Mitarbeiter verfügen, unterhält selbst eine für ihre internationale Berichterstattung bekannte NZZ nur gerade 35 Auslands­korrespondenten (inklusive den Wirtschafts­korrespondenten). In riesigen Ländern wie China oder Indien ist lediglich ein Korrespondent stationiert, ganz Südamerika wird von nur zwei Journalisten abgedeckt, während im noch größeren Afrika gar niemand fest vor Ort ist.

Auch in Kriegsgebiete wagen sich die Korrespondenten nur selten vor. Über den Syrienkrieg berichten die Journalisten der deutsch­sprachigen Medien beispielsweise aus Städten wie Istanbul, Beirut, Kairo oder gar aus Zypern. Zudem fehlt vielen Journalisten die Sprachkenntnis, um Menschen und Medien vor Ort zu verstehen.

Wie erfahren die Korrespondenten unter solchen Umständen, was die „Nachrichten“ in ihrer Weltregion sind? Die Antwort lautet zur Hauptsache einmal mehr: von den globalen Agenturen. Der niederländische Nahost-Korrespondent Joris Luyendijk hat die Arbeitsweise von Korrespondenten und ihre Abhängigkeit von den Weltagenturen in seinem Buch „Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges: Aus dem Leben eines Kriegsberichterstatters“ eindrücklich beschrieben:

»Ich hatte mir einen Korrespondenten immer als eine Art Echtzeit-Historiker vorgestellt. Wenn irgendwo etwas Wichtiges geschah, zog er los, ging der Sache auf den Grund und berichtete darüber. Aber ich zog nicht los, um irgendeiner Sache auf den Grund zu gehen. Das hatten andere längst erledigt. Ich zog nur los, um mich als Moderator an einen Original­schauplatz hinzustellen und die Informationen aufzusagen. ()

Die Redaktion in Holland meldete telefonisch, dass irgendwo etwas los war. Per Fax oder Mail kamen dann Agenturberichte, die ich im Radio mit meinen eigenen Worten nacherzählte und für die Zeitung zu einem Artikel zusammenschrieb. Es war den Redaktionen stets wichtiger, dass ich vor Ort erreichbar war, als dass ich im Bilde war. Die Presseagenturen lieferten genug Informationen, um sich durch jede Krise durchzuboxen. ()

Und so kommt es, dass man beim Blättern in Zeitungen und beim Zappen durch die Fernseh­nachrichten häufig immer wieder den gleichen Bildern und Geschichten begegnet.

Unsere Männer und Frauen in London, Paris, Berlin und Washington  – alle fanden, dass oft die falschen Themen die Nachrichten beherrschten und dass wir uns allzu sehr und allzu sklavisch nach den Vorgaben der Presse­agenturen richteten. ()

Die Vorstellung vom Korrespondenten ist, dass er »die Story« hat, aber in Wirklichkeit sind die Nachrichten wie ein Fließband in der Brotfabrik. Am hinteren Ende stehen die Korrespondenten, und wir tun hin und wieder so, als hätten wir die Brötchen selber gebacken, dabei haben wir sie nur eingetütet. ()

Später wollte ein Freund einmal wissen, wie ich während der ganzen Interviews mit dem Sender immer ohne zu zögern die richtige Antwort auf alle Fragen wusste. Als ich ihm schrieb, dass die Fragen genau wie in den Fernsehnachrichten vorher abgesprochen werden, bekam ich eine E-Mail voller Verwünschungen zurück, denn meinem Freund dämmerte, was ich bereits früher erkennen musste: Jahrzehntelang war er in den Nachrichten auf Schauspieler hereingefallen.« (Luyendjik 2015)

Mit anderen Worten: Der typische Korrespondent kann im Allgemeinen keine eigenständige Recherche betreiben, sondern bearbeitet und verstärkt vor allem diejenigen Themen, die von den Nachrichten­agenturen ohnehin vorgegeben werden – der berüchtigte »Mainstream-Effekt«.

Hinzu kommt, dass sich die Medien im deutschsprachigen Raum ihre wenigen Auslands-Korrespondenten aus Kostengründen sogar noch teilen müssen: So greifen die deutsche Welt und die österreichische Presse bisweilen auf dieselben Korrespondenten zurück, während die Süddeutsche Zeitung und der Zürcher Tagesanzeiger ihre Korrespondentennetze bereits weitgehend zusammengelegt haben. Innerhalb der einzelnen Medienkonzerne werden die Auslandsberichte dann oft noch von mehreren Publikationen verwertet – all dies trägt nicht gerade zur medialen Vielfalt bei.

»Was die Agentur nicht meldet, findet nicht statt«

Die zentrale Rolle der Nachrichten­agenturen erklärt ferner, warum bei geopolitischen Konflikten die meisten Medien dieselben Quellen verwenden. Im Syrienkrieg hat es insbesondere die „Syrische Beobachtungs­stelle für Menschenrechte“, eine zweifelhafte Ein-Mann-Organisation in London, zu einiger Bekanntheit gebracht. Es ist nun nicht etwa so, dass sich die Medien einzeln und direkt bei dieser „Beobachtungs­stelle“ erkundigen, denn tatsächlich ist ihr Betreiber selbst für Journalisten oft schwer zu erreichen.

Vielmehr liefert die „Beobachtungsstelle“ ihre Meldungen an die globalen Agenturen, die diese sodann an tausende Medien weiterleiten, welche damit hunderte Millionen von Lesern und Zuschauern weltweit „informieren“. Warum die Agenturen ihre Informationen ausgerechnet bei dieser seltsamen „Beobachtungs­stelle“ beziehen – und wer diese wirklich gegründet und finanziert hat – das ist eine andere Frage, die jedoch selten gestellt wird.

Der ehemalige leitende DPA-Redakteur Manfred Steffens gibt in seinem Buch „Das Geschäft mit der Nachricht“ deshalb zu bedenken:

»Eine Nachricht wird () nicht dadurch richtiger, dass man für sie eine Quelle angeben kann. Es ist deshalb durchaus fragwürdig, einer Nachricht deshalb mehr Vertrauen zu schenken, weil eine Quelle zitiert wird. () Hinter dem Schutzschild, den so eine „Quelle“ für eine Nachricht bedeutet, ist mancher dann durchaus geneigt, auch recht abenteuerliche Dinge in alle Welt zu verbreiten, selbst wenn er selber berechtigte Zweifel an ihrer Richtigkeit  hegt; die Verantwortung, zumindest moralisch, kann jederzeit der zitierten Quelle angelastet werden.« (Steffens 1969)

Die Abhängigkeit von den globalen Agenturen ist zudem ein wesentlicher Grund, warum die mediale Bericht­erstattung zu geopolitischen Konflikten oftmals oberflächlich und sprunghaft wirkt, während historische Zusammenhänge und Hintergründe bruchstückhaft bleiben oder gänzlich fehlen. Denn: „Nachrichten-Agenturen empfangen ihre Impulse fast ausschließlich aus dem Tagesgeschehen und sind ihrer Natur nach deshalb ahistorisch. Würdigenden Rückblicken wird dementsprechend nur ungern mehr Raum gegeben als unerlässlich.“ (Steffens 1969) Je mehr sich unsere Medien auf die Agenturen verlassen, desto episodenhafter gerät mithin ihre eigene Bericht­erstattung (vgl. z.B. FOEG 2011).

Schließlich erklärt die Dominanz der globalen Agenturen, warum gewisse geopolitische Themen und Ereignisse – die oft nicht so gut ins atlantische Narrativ passen oder zu „unwichtig“ sind – in unseren Medien überhaupt nicht erwähnt werden: Wenn die Agenturen nicht darüber berichten, dann erfahren auch die meisten westlichen Medien nichts davon.

Als beispielsweise die syrische Armee Mitte November 2015 die Luftwaffenbasis Kuweires nach über zweijähriger Belagerung durch die IS-Miliz zurückeroberte – einer ihrer ersten strategischen Erfolge seit Eingreifen der russischen Luftwaffe – erschien darüber in unseren Medien keinerlei Mitteilung. Auch der bereits erwähnte Friedens­marsch in der Ukraine schaffte es nicht in das Schweizer Fernsehen, weil „von den Agenturen keine einzige Meldung“ vorlag. Wie anlässlich des 50. Jubiläums der DPA einmal pointiert angemerkt wurde: »Was die Agentur nicht meldet, findet nicht statt.« (Wilke 2000)

Mitunter werden westliche Darstellungen von Ereignissen auch in Form von prominenten Schlagzeilen gemeldet, Gegen­darstellungen und Dementis jedoch nicht erwähnt, unauffällig am Ende einer Meldung platziert oder erst nachträglich und diskret ergänzt. Dadurch entsteht in den meisten geopolitischen Konflikten bereits auf Ebene der globalen Agenturen eine tendenziell einseitige Perspektive, die sich zwangsläufig auf unsere Medien überträgt.

»Fragwürdige Nachrichten einschleusen«

Während einige Themen in unseren Medien gar nicht auftauchen, erscheinen andere Themen sehr wohl – obwohl sie es eigentlich nicht sollten: »So berichten denn die Massenmedien vielfach gar nicht über die Wirklichkeit, sondern über eine konstruierte oder inszenierte Wirklichkeit. () Verschiedene Studien kamen zum Schluss, dass die Massen­medien über­wiegend durch die PR-Aktivitäten der Akteure determiniert seien und dass bei den Medien­schaffenden die passive, rezeptive Haltung überwiege und nicht die aktiv-recherchierende.« (Blum 1995)

Tatsächlich ist es aufgrund der eher geringen journalistischen Eigenleistung unserer Medien und ihrer hohen Abhängigkeit von einigen wenigen Nachrichten­agenturen für interessierte Kreise ein Leichtes, Propaganda und Desinformation in einem vermeintlich seriösen Format an ein weltweites Publikum zu verbreiten. Auch DPA-Redakteur Steffens warnte vor dieser Gefahr:

»Der kritische Sinn () wird um so mehr eingeschläfert, je angesehener die Nachrichten-Agentur oder die Zeitung ist, die eine Nachricht bringt. Derjenige, der eine fragwürdige Nachricht in die Weltpresse einschleusen will, braucht also nur zu versuchen, seine Nachricht bei einer halbwegs seriösen Agentur unterzubringen, um sicher zu sein, dass sie dann wenig später auch bei den anderen auftaucht. Manchmal geschieht es so, dass eine Falschmeldung von Agentur zu Agentur weiter­gereicht und dabei immer glaubwürdiger wird.« (Steffens 1969)

Zu den aktivsten Akteuren im „Einschleusen“ von fragwürdigen geopolitischen Nachrichten gehören dabei die Militärs und Verteidigungs­ministerien: Im Jahre 2009 machte der damalige Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Tom Curley, publik, dass beispielsweise das Pentagon über mehr als 27’000 PR-Spezialisten verfügt, die mit einem Budget von fast fünf Milliarden Dollar pro Jahr die Medien bearbeiten und gezielte Manipulationen in Umlauf bringen.  Zudem hätten hohe US-Generäle gedroht, dass man die AP und ihn »ruinieren« werde, falls die Reporter allzu kritisch über das US-Militär berichten sollten. (Siehe auch: Becker 2015)

Trotz – oder wegen? – solcher Drohungen publizieren unsere Medien regelmäßig Schlagzeilen wie die folgende:

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In diesem Artikel vom Oktober 2015 zum Syrienkrieg geht es nicht etwa darum, dass tatsächlich vier russische Marsch­­flug­­körper im Iran eingeschlagen sind, obschon der Titel dies nahelegt. Vielmehr handelt es sich um eine Meldung europäischer Nachrichten­agenturen, wonach zwei namentlich nicht genannte „Gewährsleute“ aus „US-Verteidigungskreisen“ dies gegenüber der amerikanischen Agentur AP behauptet haben. Belege gibt es keine – die Geschichte könnte deshalb genauso gut erfunden und Teil einer Propaganda-Operation gewesen sein. Dennoch werden Berichte wie dieser von nahezu allen etablierten Medien veröffentlicht – eigene Recherchen oder kritische Rückfragen scheinen tabu zu sein (Beispiele zu obiger Meldung: NZZ, FAZ, Welt, Spiegel, Focus, Tagesanzeiger, Kurier, Die Presse).

Ulrich Tilgner, der langjährige Nahost-Korrespondent des ZDF und Schweizer Fernsehens, warnte bereits 2003 im Rückblick auf den Irakkrieg vor medialen Täuschungs­manövern durch die Militärs:

„Mit Hilfe der Medien bestimmen die Militärs die öffentliche Wahrnehmung und nutzen sie für ihre Planungen. Sie schaffen es, Erwartungen zu wecken und Szenarien und Täuschungen zu verbreiten. In dieser neuen Art von Krieg erfüllen die PR-Strategen der US-Administration eine ähnliche Funktion wie sonst die Bomberpiloten. Die Spezial-Abteilungen für Öffentlichkeits­­arbeit im Pentagon und in den Geheim­diensten sind zu Kombattanten im Informationskrieg geworden. () Dabei nutzen die amerikanischen Militärs die mangelnde Transparenz der Bericht­erstattung in den Medien gezielt für ihre Täuschungs­manöver. Die von ihnen gestreuten Informationen, die von Zeitungen und Rundfunk aufgenommen und verbreitet werden, können Leser, Zuhörer oder Zuschauer unmöglich bis zur Quelle zurück­verfolgen. Somit gelingt es ihnen nicht, die ursprüngliche Absicht der Militärs zu erkennen.“ (Tilgner 2003)

Was dem US-Militär bekannt ist, das dürfte auch dem US-Geheimdienst nicht fremd sein. In einer bemerkenswerten Reportage des britischen Channel 4 sprachen ehemalige Mitarbeiter der CIA und der Agentur Reuters offen über die systematische Verbreitung von Propaganda und Desinformation in der Bericht­erstattung zu geopolitischen Konflikten:

Der ehemalige CIA-Offizier und Whistleblower John Stockwell sagte zu seiner Arbeit im Angola-Krieg: »Das grundsätzliche Ziel war, es wie eine gegnerische Aggression in Angola aussehen zu lassen. In diesem Sinne schrieben wir irgendwelche Geschichten und brachten sie in den Medien unter. () Ein Drittel meines Teams in dieser Mission waren PR-Experten, deren Aufgabe es war, Nachrichten zu erfinden und sie in der Presse zu platzieren. () Die Redakteure in den meisten westlichen Zeitungen sind nicht allzu skeptisch bei Meldungen, die den allgemeinen Ansichten und Vorurteilen entsprechen. () Einige unserer Geschichten liefen während Wochen. Aber es war alles erfunden.«

Fred Bridgland blickte auf seine Tätigkeit als Kriegs­korrespondent bei der Agentur Reuters zurück: »Wir basierten unsere Berichte auf offiziellen Mitteilungen. Erst Jahre später erfuhr ich, dass in der US-Botschaft ein Desinformations-Experte der CIA saß und diese Mitteilungen erfand, die überhaupt keinen Bezug zur Realität hatten. () Aber ehrlich gesagt, die Agenturen können irgendeinen Mist publizieren und es wird von den Redaktionen dennoch aufgenommen.«

Und der ehemalige CIA-Analyst David MacMichael beschrieb seine Arbeit im Contra-Krieg in Nicaragua mit diesen Worten: »Man sagte, unser Geheimdienst­wissen über Nicaragua sei so gut, dass wir sogar das Spülen einer Toilette registrieren können. Ich hatte aber eher das Gefühl, dass die Geschichten, die wir der Presse zuspielten, direkt aus der Toilette kamen.« (Hird 1985)

Natürlich verfügen die Geheimdienste auch über zahlreiche direkte Kontakte in unseren Medien, denen bei Bedarf „Informationen“ zugespielt werden können. Doch ohne die zentrale Rolle der globalen Agenturen wäre die weltweit synchronisierte Verbreitung von Propaganda und Desinformation unmöglich so effizient realisierbar.

Durch diesen medialen Propaganda-Multiplikator erreichen die zweifelhaften Botschaften der PR-Experten von Regierungen, Militärs und Geheimdiensten mehr oder weniger ungeprüft und ungefiltert die breite Öffentlichkeit. Die Journalisten beziehen sich dabei auf die Agenturen, und die Agenturen berufen sich auf ihre Quellen. Zwar wird oft versucht, mit Ausdrücken wie „offenbar“, „angeblich“ und dergleichen auf Unsicherheiten hinzuweisen (und sich selbst abzusichern) – doch da ist das Gerücht längst in die Welt gesetzt und entfaltet seine Wirkung.

Der Propaganda-Multiplikator: Regierungen, Geheimdienste und Militärs verbreiten ihre Bot­schaften über die globalen Agenturen und die angeschlossenen Medien an das weltweite Publikum.

Wie die »New York Times« berichtete…

Neben den globalen Nachrichten­agenturen gibt es aber noch eine weitere Quelle, die oft genutzt wird, um über geopolitische Konflikte zu berichten: Es sind dies die großen und bekannten Medien in England und den USA.

Eine New York Times oder BBC verfügen beispielsweise über bis zu 100 Auslands­korrespondenten und weitere externe Mitarbeiter. Nahost­korrespondent Luyendijck gibt jedoch zu bedenken:

„Die westlichen Nachrichtenredaktionen, also auch ich, orientierten sich an der Nachrichten­auswahl angesehener Medien wie CNN, der BBC und der New York Times. Sie gingen davon aus, dass deren Korrespondenten einen Überblick über die arabische Welt hätten. Wie sich aber herausstellte, konnten viele von ihnen nicht einmal Arabisch, zumindest nicht genug, um ein Gespräch zu führen oder das Fernsehen zu verstehen. Das galt für viele Topleute bei CNN, der BBC, dem Independent, The Guardian, The New Yorker und der New York Times.“

Hinzu kommt, dass die Quellen dieser Medien oftmals nicht leicht zu überprüfen sind („Militärkreise“, „anonyme Regierungs­beamte“, „Geheimdienst­mitarbeiter“ und dergleichen) und deshalb ebenfalls für die Streuung von Propaganda genutzt werden können. Auf jeden Fall aber führt die verbreitete Orientierung an den angelsächsischen Publikationen zu einer weiteren Angleichung in der geopolitischen Bericht­erstattung unserer Medien.

Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele solcher Zitierungen anhand der Syrien-Bericht­erstattung des Zürcher Tagesanzeigers – immerhin die größte Tageszeitung der Schweiz und wie erwähnt ein Partner der Süddeutschen Zeitung. Die Artikel stammen alle aus den ersten Oktobertagen 2015, als Russland direkt in den Syrienkrieg eingriff:

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Häufiges Zitieren von britischen und amerikanischen Medien, am Beispiel der Syrien­berichterstattung des Zürcher Tagesanzeigers von Anfang Oktober 2015.

Das gewünschte Narrativ

Doch warum versuchen Journalisten in unseren Medien nicht einfach, selbstständig zu recherchieren und unabhängig von den globalen Agenturen und den angel­sächsischen Medien zu berichten? Nahost-Korrespondent Luyendijk beschreibt seine dies­bezüglichen Erfahrungen:

»Jetzt könnte man fragen: Warum sucht er (der Journalist) sich dann nicht vernünftige Quellen? Das habe ich ja probiert, aber immer wenn ich an den Presse­agenturen, den großen angel­sächsischen Medien und den talking heads (westliche Gesprächs­partner und NGOs in arabischen Ländern) vorbei eine Reportage machen wollte, ging das daneben. () Offenbar konnte ich als Korrespondent ganz verschiedene Geschichten über ein und dieselbe Situation erzählen. Doch die Medien konnten nur eine davon bringen, und oft genug war das genau diejenige Geschichte, die das bereits vorherrschende Bild bestätigte.« (Luyendijk 2015)

Der Medienforscher Noam Chomsky hat diesen Effekt in seinem Aufsatz „Was die Mainstream-Medien zum Mainstream macht“ wie folgt beschrieben: »Wenn du die offizielle Linie verlässt, wenn du abweichende Berichte produzierst, dann wirst du das bald zu spüren bekommen. () Es gibt viele Möglichkeiten, wie man dich rasch wieder auf Linie bekommt. Wenn du die Vorgaben nicht beachtest, dann wirst du deine Stelle nicht lange behalten. Dieses System funktioniert ziemlich gut, und es widerspiegelt die etablierten Machtstrukturen.« (Chomsky 1997)

Auch in deutschsprachigen Medien sind solche Fälle dokumentiert. Als beispielsweise ein ARD-Korrespondent im Libanesischen Bürgerkrieg über die mit eigenen Augen beobachtete materielle Unterstützung einer Miliz durch ein Nachbarland berichtete, kontaktierte der damalige Intendant der ARD ob des politisch inopportunen Beitrags sogleich den Chefredakteur, welcher dem betroffenen Journalisten umgehend einen Wechsel nach Südafrika nahelegte. (Mükke 2014, S.33)

Ebenso verließ der langjährige Nahost- und Afghanistan-Korrespondent Ulrich Tilgner das ZDF, weil er aufgrund von »Bündnis­rücksichten« und »Eingriffen in seine Arbeit« nicht mehr frei berichten konnte: »[Früher] wollte man wissen: Was haben die Leute vor Ort zu sagen? Heute werden Beiträge nur zu oft in den Redaktionen zusammengebaut und der Sendeablauf wird designed.« (siehe auch: Tilgner 2003)

Auch die langjährige Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld machte die Erfahrung, dass ihre Reportagen aus Syrien von deutschen Redaktionen plötzlich nicht mehr angenommen wurden. Man beschied ihr, sie müsse sich an die »einschlägigen Agenturmeldungen« halten.

In der Schweiz traf es unter anderem den ehemaligen Auslandschef der Weltwoche, der den „Fehler“ beging, mitten im Bosnienkrieg über nachweisliche Kriegslügen der westlichen Allianz zu berichten: Er erhielt ein Schreibverbot und sah sich mit seiner möglichen Absetzung konfrontiert. Zuletzt „erwischte“ es den ehemaligen Tagesschau-Korrespondenten Helmut Scheben, der auf dem Newsportal Watson – ein Partner von Spiegel Online – die westliche Berichterstattung zu Syrien als einseitig und manipulativ kritisierte. Keine zwei Tage später wurde er in einem aufgebrachten Rückruf von der Redaktion als »Putin-Troll« beschimpft.

Trotz solcher Beispiele sind einige der führenden Journalisten weiterhin der Ansicht, ihnen würde niemand vorschreiben, was sie zu sagen haben. Wie passt dies zusammen? Medienforscher Chomsky klärt den scheinbaren Widerspruch auf:

»Der entscheidende Punkt ist folgender: Diese Journalisten wären ihren Job längst los, wenn sie nicht schon lange bewiesen hätten, dass ihnen niemand sagen muss, was sie zu schreiben haben – weil sie ohnehin das „Richtige“ schreiben werden. Wenn sie zu Beginn ihrer Karriere die „falschen“ Storys verfolgt hätten, wären sie gar nicht erst in die Position gekommen, in der sie jetzt „alles sagen können, was sie wollen“. () Mit anderen Worten: Diese Journalisten durchliefen bereits einen Sozialisierungs­prozess.« (Chomsky 1997)

Im Endeffekt führt dieser »Sozialisierungs­prozess« zu einem Journalismus, der über geopolitische Konflikte (und einige andere Themen) im Allgemeinen nicht mehr unabhängig recherchiert und kritisch berichtet, sondern mittels geeigneter Leitartikel, Kommentare und Interviewpartner das gewünschte Narrativ zu festigen versucht. (Siehe auch: Gritsch 2010)

Fazit: Das »Erste Gesetz des Journalismus«

Der ehemalige AP-Journalist Herbert Altschull nannte es das Erste Gesetz des Journalismus: »In allen Pressesystemen sind die Nachrichten­medien Instru­mente derer, die die politische und wirtschaftliche Macht ausüben. Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender handeln also nicht unabhängig, obwohl sie die Möglichkeit unabhängiger Machtausübung besitzen.« (Altschull 1984/1995)

Insofern ist es folgerichtig, wenn unsere etablierten Medien – die ja überwiegend durch Werbung finanziert oder aber quasi-staatlich organisiert sind –  die geopolitischen Interessen der Transatlantik-Allianz vertreten. Denn sowohl die werbetreibenden Banken und Konzerne wie auch die Staaten selbst sind nolens volens auf die transatlantische Wirtschafts- und Sicherheits­architektur amerikanischer Prägung angewiesen.

Zudem sind unsere führenden Medien bzw. deren Schlüsselpersonen – ganz im Sinne von Chomskys »Sozialisierung« – oftmals selbst in die Netzwerke der trans­atlantischen Elite eingebunden. Die folgende Abbildung illustriert dies am Beispiel der Atlantik-Brücke und der jährlichen Bilderberg-Konferenz – zwei der wichtigsten derartigen Institutionen (siehe auch: Krüger 2013).

Einige der führenden deutsch­sprachigen Medien, von denen Schlüssel­personen (Herausgeber, Geschäftsführer, Chefredakteure, Journalisten etc.) in die transatlantischen Netzwerke der Atlantik-Brücke oder der Bilderberg-Konferenz eingebunden sind oder waren.

Die meisten etablierten Publikationen sind mithin der Sparte »Transatlantik-Medien« zuzurechnen. Vielleicht gerade deswegen ging dieser wichtige Aspekt bisweilen vergessen und es entstand beim Publikum der Eindruck einer vermeintlichen Vielfalt, die es jedoch insbesondere im tagesaktuellen Bereich eigentlich nie gab: Der theoretischen Medienfreiheit standen hier allzu hohe praktische Eintrittshürden entgegen (Senderkonzessionen, limitierte Frequenz- und Programmplätze, Anforderungen an Finanzierung und technische Infrastruktur, beschränkte Verkaufskanäle, Abhängigkeit von Werbung und Agenturen etc.).

Erst durch das Internet ist Altschulls Erstes Gesetz ein Stück weit durchbrochen worden. In den letzten Jahren konnte so ein qualitativ hochwertiger, leserfinanzierter Journalismus entstehen, der die herkömmlichen Medien in Bezug auf kritische Bericht­erstattung und Ausleuchtung von Hintergründen teils deutlich übertrifft. Einige dieser »alternativen« Publikationen erreichen inzwischen allein im deutsch­sprachigen Raum über 100’000 Leser und Zuschauer, was zeigt, dass die »Masse« für die Qualität eines Mediums keineswegs ein Problem sein muss – im Gegenteil.

Andererseits gelang es den etablierten Medien bis anhin, auch im Internet die große Mehrzahl der Besucher auf sich zu vereinen (siehe Statistiken für die Schweiz, Deutschland, und Österreich). Dies hängt wiederum eng mit den Nachrichtenagenturen zusammen, deren stets aktuelle Meldungen das Rückgrat der meisten Newsportale bilden.

Die kommenden Jahre werden es zeigen: Wird die »politische und wirtschaftliche Macht« gemäß Altschulls »Gesetz« die Kontrolle über die Nachrichten behalten – oder werden »unkontrollierte« Nachrichten das politische und ökonomische Machtgefüge verändern?


Fallstudie: Syrien-Berichterstattung

Im Rahmen einer Fallstudie wurde die Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Vielseitigkeit und journalistische Eigenleistung hin untersucht. Ausgewählt wurden hierfür die folgenden Zeitungstitel:

  • Für Deutschland: Die Welt, die Süddeutsche Zeitung (SZ), und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
  • Für die Schweiz: Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), der Zürcher Tagesanzeiger (TA), und die Basler Zeitung (BaZ)
  • Für Österreich: Der Standard, der Kurier, und die Presse

Als Untersuchungs­zeitraum wurde der 1. bis 15. Oktober 2015 definiert, d.h. die ersten beiden Wochen nach dem direkten Eingreifen Russlands in den Konflikt. Berücksichtigt wurde die gesamte Print- und Online-Bericht­erstattung der genannten Zeitungen. Nicht berücksichtigt wurden allfällige Sonntags­ausgaben, da nicht alle untersuchten Zeitungen über eine solche verfügen. Insgesamt entsprachen 381 Zeitungs­artikel den genannten Kriterien.

In einem ersten Schritt wurden die Artikel anhand ihrer Eigenschaften in folgende Gruppen eingeteilt:

  1. Agenturen: Meldungen und Berichte von Nachrichtenagenturen (mit Agenturkürzel)
  2. Berichte/Agenturen: Einfache Berichte (mit Autorennamen), die ganz oder teilweise auf Meldungen von Agenturen basieren
  3. Hintergrund: Redaktionelle Hintergrundberichte und Analysen
  4. Meinungen/Kommentare: Meinungsbeiträge und Gastkommentare
  5. Interviews: Interviews mit Experten, Politikern etc.
  6. Investigativ: Investigative Recherchen, die neue Informationen oder Zusammenhänge aufdecken

Die folgende Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung der Artikel für die neun untersuchten Zeitungen insgesamt. Wie ersichtlich bestanden 55% der Artikel aus Meldungen und Berichten von Nachrichten­agenturen; 23% aus redaktionellen Berichten auf Basis von Agenturmaterial; 9% aus Hintergrundberichten; 10% aus Meinungen und Gastkommentaren; 2% aus Interviews; und 0% aus investigativen Recherchen.

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Abbildung 1: Artikelarten und journalistische Eigenleistung (insgesamt; n=381)

Die reinen Agenturtexte – von der kurzen Meldung bis hin zum ausführlichen Bericht –  befanden sich dabei mehrheitlich auf den Internet­seiten der Tageszeitungen: Auf diesen ist einerseits der Aktualitätsdruck höher als in der gedruckten Ausgabe, andererseits bestehen keine Platzbeschränkungen. Die meisten übrigen Artikelarten fanden sich sowohl in der Online- wie in der gedruckten Ausgabe; einige exklusive Interviews und Hintergrund­berichte fanden sich nur in den gedruckten Ausgaben. Sämtliche Artikel wurden für die Untersuchung nur einmal erfasst.

Die folgende Abbildung 2 zeigt dieselbe Klassifikation aufgeschlüsselt pro Zeitung. Die meisten Zeitungen publizierten im Beobachtungszeitraum (zwei Wochen) zwischen 40 und 50 Artikel zum Syrienkonflikt (Print und Online). Einzig bei der deutschen Welt waren es mehr (58), bei der Basler Zeitung und dem österreichischen Kurier hingegen deutlich weniger (29 bzw. 33).

Der Anteil der Agentur­meldungen liegt je nach Zeitung bei knapp 50% (Welt, Süddeutsche, NZZ, Basler Zeitung), knapp 60% (FAZ, Tagesanzeiger), und 60 bis 70% (Presse, Standard, Kurier). Zusammen mit den agenturbasierten Berichten liegt der Anteil bei den meisten Zeitungen zwischen circa 70% (Basler Zeitung) und 80%, bei der österreichischen Presse bei 88%. Diese Anteile decken sich mit früheren medien­wissen­schaftlichen Studien (siehe z.B. Blum 1995; Johnston 2011; MacGregor 2013; Paterson 2007).

Bei den Hintergrund­berichten lagen die Schweizer Zeitungen vorne (fünf bis sechs Stück), gefolgt von der Welt, der Süddeutschen und dem Standard (je vier) sowie den übrigen Zeitungen (ein bis drei). Die Hintergrund­berichte und Analysen widmeten sich insbesondere der Situation und Entwicklung im Nahen Osten, sowie den Motiven und Interessen einzelner Akteure (z.B. Russland, Türkei, »Islamischer Staat«).

Am meisten Kommentare waren indessen bei den deutschen Zeitungen zu beobachten (je sieben Kommentare), gefolgt vom Standard (fünf), der NZZ und dem Tagesanzeiger (je vier). Die Basler Zeitung brachte im Beobachtungs­zeitraum keinen Kommentar, dafür zwei Interviews. Weitere Interviews führten der Standard (drei) sowie der Kurier und die Presse (je eines). Investigative Recherchen konnten hingegen bei keiner der Zeitungen festgestellt werden.

Insbesondere bei den drei deutschen Zeitungen wurde zudem eine aus journalistischer Sicht problematische Vermischung von Kommentaren und Berichten festgestellt, d.h. Berichte enthielten starke Meinungs­äußerungen, obwohl sie nicht als Kommentar gekennzeichnet waren. Die Erfassung für die vorliegende Studie basierte aber in jedem Fall auf der Artikel-Kennzeichnung durch die Zeitung.

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Abbildung 2: Artikelarten pro Zeitung

Die folgende Abbildung 3 zeigt die Aufschlüsselung der Agenturmeldungen (anhand der Agenturkürzel) auf die einzelnen Nachrichtenagenturen, insgesamt und pro Land. Die 211 Agentur­meldungen trugen insgesamt 277 Agenturkürzel (eine Meldung kann aus Material von mehr als einer Agentur bestehen). Gesamthaft stammten 24% der Agenturmeldungen von der AFP; je rund 20% von der DPA, APA und Reuters; 9% von der SDA; 6% von der AP; und 11% waren unbekannt (keine Kennzeichnung oder pauschal „Agenturen“).

In Deutschland teilen sich die DPA, AFP und Reuters je etwa einen Drittel der Meldungen. In der Schweiz führen die SDA und die AFP, und in Österreich die APA und Reuters.

Tatsächlich dürften die Anteile der globalen Agenturen AFP, AP und Reuters noch höher liegen, da die schweizerische SDA und die österreichische APA ihre internationalen Meldungen hauptsächlich von den globalen Agenturen beziehen und die deutsche DPA ihrerseits eng mit der amerikanischen AP kooperiert.

Anzumerken ist noch, dass die globalen Agenturen aus historischen Gründen unterschiedlich stark in den verschiedenen Weltregionen vertreten sind. Bei Ereignissen in Asien, der Ukraine oder in Afrika wird der Anteil der einzelnen Agenturen deshalb ein anderer sein als bei Ereignissen im Nahen Osten.

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Abbildung 3: Anteil der Nachrichten­agenturen, insgesamt (n=277) und pro Land.

In einem nächsten Schritt wurde anhand der zentralen Aussagen die Ausrichtung von redaktionellen Meinungsbeiträgen (28), Gastkommentaren (10) und Interviewpartnern (7) bewertet (insgesamt 45 Artikel). Wie Abbildung 4 zeigt, fielen 82% der Beiträge grundsätzlich USA/NATO-freundlich aus, 16% waren neutral oder ausgewogen, und 2% waren überwiegend USA/NATO-kritisch.

Zu den Gast­kommentatoren und Interview­partnern zählten unter anderem ein ehemaliger NATO-Generalsekretär („Staaten der Region sollen Truppen stellen“), der Präsident des amerikanischen Council on Foreign Relations („Syrien und Europas Krise“), der Direktor einer US-Menschenrechtsorganisation („Assad kann nicht bleiben“), die Büro-Leiterin eines NATO-affinen Think Tanks („Die Spieler von Damaskus“), ein ehemaliger Senior Transatlantic Fellow beim German Marshall Fund („Putin und Syrien: Der Diplomatie eine Gasse“), ein ehemaliger deutscher Außenminister und Befürworter des Kosovo-Krieges („Europa darf seine Grundwerte nicht opfern“), sowie ein Senior Associate am Carnegie Moscow Center („Putins krummer Weg nach Damaskus“). Hinzu kamen einige Akademiker an westlichen Universitäten, russische (zumeist Kreml-kritische) Intellektuelle, sowie der nach Europa geflüchtete Direktor des Archäologischen Museums von Aleppo („Die Zerstörung der Antike wird weitergehen“).

Beim einzigen überwiegend USA/NATO-kritischen Beitrag handelte es sich um einen redaktionellen Meinungsbeitrag im österreichischen Standard vom 2. Oktober 2015 mit dem Titel: „Die Strategie des Regime Change ist gescheitert. Eine Unterscheidung in „gute“ und „schlechte“ Terrorgruppen in Syrien macht die westliche Politik unglaubwürdig.“

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Abbildung 4: Grundsätzliche Ausrichtung der Meinungs­beiträge, Gastkommentare und Interview­partner (insgesamt; n=45).

Die folgende Abbildung zeigt die Ausrichtung der Meinungs­beiträge, Gastkommentare und Interview­partner wiederum aufgeschlüsselt auf die einzelnen Zeitungen. Wie ersichtlich brachten die Welt, die Süddeutsche Zeitung, die NZZ, der Zürcher Tagesanzeiger und der österreichische Kurier ausschließlich USA/NATO-freundliche Meinungs- und Gastbeiträge, die FAZ mit Ausnahme eines neutralen/ ausgewogenen Beitrags ebenfalls. Der Standard brachte vier USA/NATO-freundliche, drei ausgewogene/ neutrale, sowie den bereits genannten USA/NATO-kritischen Meinungsbeitrag. Die Presse brachte als einzige der untersuchten Zeitungen überwiegend neutrale/ ausgewogene Meinungs- und Gastbeiträge. Die Basler Zeitung brachte je einen USA/NATO-freundlichen und einen ausgewogenen Beitrag. Kurz nach dem Beobachtungs­zeitraum (am 16. Oktober 2015) erschien in der Basler Zeitung zudem ein Interview mit dem Präsidenten des russischen Parlaments. Dieses hätte selbstredend als ein USA/NATO-kritischer Beitrag gezählt.

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Abbildung 5: Grundsätzliche Ausrichtung der Meinungsbeiträge, Gastkommentare und Interview­partner (insgesamt).

In einer weiteren Analyse wurde mittels einer Volltext-Stichwortsuche nach „Propaganda“ (und Wortkombinationen damit) untersucht, in welchen Fällen die untersuchten Zeitungen selbst Propaganda bei einer der beiden geopolitischen Konfliktparteien USA/NATO oder Russland identifizierten (nicht berücksichtigt wurde die Konfliktpartei „IS/ISIS“). Insgesamt wurden zwanzig solcher Fälle ermittelt. Abbildung 6 zeigt das Ergebnis: Demnach wurde in 85% der Fälle die Propaganda auf Seiten der Konfliktpartei Russland identifiziert, in 15% war die Verortung neutral oder unbestimmt, und in 0% der Fälle wurde Propaganda auf Seiten der Konfliktpartei USA/NATO verortet.

Anzumerken ist, dass es in ca. der Hälfte der Fälle (neun) die NZZ war, die von russischer Propaganda sprach („Kreml-Propaganda“, „Moskauer Propagada­maschine“, „Propaganda­märchen“, „russischer Propaganda­apparat“ etc.), gefolgt von der FAZ (drei), der Welt und der Süddeutschen (je zwei) und dem Kurier (einmal). Die anderen Zeitungen sprachen nicht von Propaganda oder nur in einem neutralen Kontext (oder im Zusammenhang mit dem IS).

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Abbildung 6: Verortung von Propaganda durch die untersuchten Zeitungen (insgesamt; n=20).

Fazit

In dieser Fallstudie wurde am Beispiel des Syrienkriegs die geopolitische Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Vielfältigkeit und journalistische Eigenleistung hin untersucht.

Die Resultate bestätigen die hohe Abhängigkeit der geo­politischen Bericht­­erstattung von den globalen Nach­richten­­agenturen (63 bis 90%; ohne Kommentare und Interviews) bei gleich­zeitigem Fehlen von eigener investi­gativer Recherche, sowie die ein­seitige Kom­men­tie­rung der Ereig­nisse zugunsten der Konflikt­partei USA/NATO (82% positiv vs. 2% kritisch), deren Bot­schaften von den Zeitungen zudem nicht auf all­fällige Propaganda hin überprüft werden.


Literatur

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